Über unsDatenschutzAnmelden/RegistrierenEnglish

Erinnerungen an die Maueröffnung in Berlin-Wilhelmsruh, 7. April 1990: General Cann und Bürgermeister Dzembritzki bei der Grenzöffnung Kopenhagener Straße [2/17]

INFORMATIONEN ZUM OBJEKT

Details

7. April 1990
Berlin, Grenzübergang Kopenhagener Straße (Niederschönhausen-Wilhelmsruh/Reinickendorf)
Urheber: Wolfgang Drunk

Lizenztyp: Creative Commons License

Der französische Stadtkommandant General Cann (links) und der damalige Bezirksbürgermeister von Reinickendorf Detlef Dzembritzki (Bildmitte) bei der Eröffnungsfeier des Grenzübergangs Kopenhagener Straße (Niederschönhausen-Wilhelmsruh/Reinickendorf)

Abgebildet

Alliierte, Grenzöffnung, Kamera, Mann, Mehrere Personen, Volkspolizist

Kontext

Auto, Grenzöffnung, Volksfest

Personen/Organisationen

Cann, Francois, Dzembritzki, Detlef, Günter Schabowski

Orte

Grenzübergang Kopenhagener Straße (Niederschönhausen-Wilhelmsruh/Reinickendorf), Grenzübergang Wollankstraße (Pankow/Wedding)

Text im Bild

Berlin

Alle Bilder des Albums

Erinnerung

"Die spektakuläre Pressekonferenz von Schabowski und die daraufhin erfolgte denkwürdige Öffnung der Grenzsperren auf der Brücke an der Bornholmer Straße am 9. November 1989 sind vielen bekannt und noch gegenwärtig. Doch wie ging es weiter im Norden Berlins?

Zunächst wurden einige Mauersegmente im Bereich der Wollankstraße niedergerissen und die Straße durch Asphaltaufschüttungen auch für Pkws befahrbar gemacht. Um unsere Verwandten zu besuchen oder einfach Westberlin anzuschauen, fuhren wir also von Wilhelmsruh mit dem Bus zur Wollankstraße und passierten dort die Grenze, wobei noch bis Ende Februar 1990 jedes Mal der Pass abgestempelt wurde. Ein direkter Übergang nach Reinickendorf ließ länger auf sich warten.

Als endlich bekannt wurde, dass die Kopenhagener Straße am S-Bahnhof Wilhelmsruh geöffnet werden würde, gab es nicht nur Zustimmung. Es mag verwundern, aber einige Einwohner wollten den Straßenübergang verhindern. Sie wollten anscheinend die beschauliche Ruhe im entlegenen Wilhelmsruh erhalten und fürchteten wohl einen zu starken Autoverkehr in der Hauptstraße. Deshalb riefen sie zum Protest auf und schrieben in großen, weithin sichtbaren Buchstaben an die Mauer: 'KEIN AUTOÜBERGANG – BÜRGER WEHRT EUCH AM 3. MÄRZ – NUR FAHRRÄDER UND FUSSGÄNGER'. Das Zusammenwachsen der geteilten Stadt konnte dadurch natürlich nicht aufgehalten werden.

Am 7. April fand dann das große Ereignis statt. An der Grenze, wo die Mauer gestanden hatte, versammelten sich viele Bürger und die Politprominenz, darunter Werner Krätschell, Superintendent und Leiter des Runden Tisches in Pankow, Nils Busch-Petersen, Pankower Bürgermeister nach dem Rücktritt des SED-Amtsträgers, der Reinickendorfer Bürgermeister Detlef Dzembritzki (SPD) und General François Cann, der Stadtkommandant im Französischen Sektor.

Nach der Eröffnungszeremonie begann dann das Volksfest. Die zahlreich erschienenen Wilhelmsruher und Reinickendorfer flanierten auf der Kopenhagener Straße hin und her und erfreuten sich an den Darbietungen. Für Stimmung sorgten u. a. Berliner Originale mit ihren Leierkästen, Dudelsackpfeifer und verschiedene Kapellen, u. a. die Köpenicker Blasmusikanten in ihren Altberliner Traditionsuniformen. Es waren schon bewegende Momente."

Wolfgang Drunk