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Die Wiedereröffnung des Nordhäuser Segelflugplatzes, 23. Juni 1990 : Aufräumarbeiten vor der Wiedereröffnung des Segelflugplatzes [5/16]

INFORMATIONEN ZUM OBJEKT

Details

3. März 1990
Nordhausen, Am Flugplatz
Urheber: Archiv Karl-Heinz Bosse

Lizenztyp: Creative Commons License

Abgebildet

Auto, Grenzzaun, Kind, Mann, Mehrere Personen, Müll, Wartburg (Pkw)

Kontext

Familie, Feier, Flugplatz, Flugzeug, Freizeit, Hoffnung, Innerdeutsche Grenze, Lehrer, Sport, Wende (DDR)

Orte

Nordhausen

Alle Bilder des Albums

Erinnerung

"Nach zehnjähriger Flugsperre in der DDR wurde der 1956 aufgebaute Segelflugplatz Nordhausen nach einem halben Jahr Vorbereitung am 23. Juni 1990 mit den ersten Starts wiedereröffnet.

Hauptgrund der von den DDR-Behörden verfügten Flugsperre von August 1979 bis 1989 war die Grenznähe von nur 15 Kilometern gewesen. Die Sperre betraf zahlreiche Flugplätze in der Nähe der innerdeutschen Grenze. Ich selbst hatte den Flugplatz 1956 mitgegründet und war ab 1957 Fluglehrer. Wegen meiner 'Westverwandtschaft', mein Bruder lebte in der Bundesrepublik, durfte auch ich nicht mehr schulen und fliegen. Meine Nordhäuser Fliegerkameraden flogen aber auf einem 40 Kilometer entfernten Platz weiter.

Mit der Zuspitzung der Lage in der DDR im Herbst 1989 wuchs die Hoffnung auf eine ganz neue Qualität des Flugsportes in einem vereinten Deutschland, so auch in Nordhausen. Am 3. Januar 1990 trafen sich die aktiven und die verhinderten Flugbegeisterten zu einer grundlegenden und richtungsweisenden ersten Aussprache zum Aufbau eines neuen und friedlichen Flugsportes in Nordhausen. Viel war am Anfang des Jahres 1990 zu tun. Die bestehenden und zweckentfremdeten Gebäude wurden wieder nutzbar gemacht und eine uns geschenkte Gärtnerhalle wurde umgesetzt und als Motorflughalle um- und aufgebaut, eine Satzung für den neugegründeten Fliegerclub Nordhausen erarbeitet und beschlossen und nach demokratischen Regeln ein Vorstand gewählt. Seit der Neueröffnung des Platzes wird in Nordhausen ein erfolgreicher Flugbetrieb durchgeführt und eine enge freundschaftliche Verbindung mit den westlichen Nachbarplätzen, vor allem in Hattorf bei Osterode, gepflegt.

Auch ich erhielt meine Fluglehrerlizenz wieder. Bis zu meinem medizinischen Aus im Dezember 1994 widmete ich meine Zeit als Rentner der erfolgreichen Weiterentwicklung des Flugsportes in Nordhausen."

Karl-Heinz Bosse (Nordhausen)

Original-Bildunterschrift

"Ein von der GST angefahrener Müllberg muss beseitigt werden. Der Wartburg mit Anhänger eines Flugschülers ist eine gute Hilfe."