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Gemischte Gefühle, Berlin, 3. Oktober 1990: Marx-Engels-Denkmal [26/39]

INFORMATIONEN ZUM OBJEKT

Details

3. Oktober 1990
Berlin, Marx-Engels-Forum
Urheber: Bernd Schmidt

Lizenztyp: Creative Commons License

Das Marx-Engels-Denkmal, zwei überlebensgroße Bronzefiguren des Bildhauers Ludwig Engelhardt, die Karl Marx (sitzend) und Friedrich Engels darstellen, vor dem inzwischen abgerissenen Palast der Republik. Siehe auch Wikipedia: Marx-Engels-Forum, Stand 23. April 2009

Abgebildet

Denkmal, Dritter Oktober, Graffiti, Nacht

Kontext

Angst, Deutsche Wiedervereinigung, Dritter Oktober, Feier, Presse, Rechtsextremismus, Sorge, Tourist

Personen/Organisationen

Engels, Friedrich, Marx, Karl Heinrich

Orte

Brandenburger Tor, Palast der Republik

Text im Bild

Wir sind unschuldig

Alle Bilder des Albums

Erinnerung

"Am 3. Oktober 1990 setzte ich mich nach der Arbeit schnell ins Auto und fuhr mit sehr gemischten Gefühlen nach Berlin. Vor allem beschäftigte mich die Sorge vor einem neu aufkeimenden Nationalismus, die damals immer wieder auch in der ausländischen Presse thematisiert wurde. Wird ein wiedervereintes Deutschland überheblich? Aus diesem Blickwinkel betrachtete ich die Ereignisse. Schon in dieser Zeit kam die Angst auch vor einer zunehmenden rechtsradikalen Gewalt in Gesamtdeutschland in mir auf. Kann es einen gesunden Nationalismus in Deutschland geben, oder wird damit auch ein Wiedererstarken des Rechtsradikalismus einhergehen? Vorgefunden habe ich vor allem eine große Ernsthaftigkeit in vielen Gesichtern. Die euphorische Aufbruchstimmung war längst verflogen. Unsicher war ich, ob es Krawalle mit linken Gruppierungen geben könnte oder ob rechte Gruppierungen anreisen würden. Ich sah viele bewegte, aber auch in sich gekehrte und ernüchtert wirkende Menschen. Die angereisten Touristen aus aller Welt wirkten fast ausgelassener und fröhlicher. Und immer wieder wurde das Schlendern durch das Brandenburger Tor wie ein Ritual der Vergewisserung wiederholt."

Bernd Schmidt (Göttingen)

Original-Bildunterschrift

"Diese Umwidmung drückt vieles von meinen damaligen Gefühlen aus: Ideologien vertreiben die Menschlichkeit."

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(1 comment)
Kommentare

Immer sieht man diese Seite des Monuments. Es gab aber an allen vier Seiten Graffiti: links: Tut uns leid; hinten: Beim nächsten Mal wird alles besser, und die letzte Seite habe ich nicht gesehen, möchte aber. Hat niemand ein Beispiel davon?
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